Blossin im August 2025
Zögerlich einen Fuß auf unbekanntes Terrain gesetzt, in der Aula aufgeregt dem Willkommensgruß der Schulleiterin gelauscht, genau aufgepasst, wer auch aufgerufen und der eigenen Klasse zugeordnet wurde, den besten Sitzplatz ergattert, verstohlen unzählige Formulare ausgefüllt, brav das Regelwerk der neuen Schule aufgesogen, beim Nachhauseschleppen des Bücherstapels festgestellt, welchen Wissensberg es künftig zu bezwingen gilt, inmitten anderer Neuankömmlinge die ersten beiden Unterrichtstage nach Hitzeplan durchlaufen ... und dann?
Direkt im Anschluss an die erste Schulwoche durften 107 Schüler und 5 Lehrer ihre Stundenplan-App quasi auf den "Standby-Modus" setzen, denn für sie ging es nämlich erstmal ab in den Norden - der Sonne hinterher.
Doch auch im brandenburgischen Blossin gab es eine Agenda - diesmal aber mit erlebnispädagogischen und bewegungsorientierten Programmbausteinen, bei denen die vier elften Klassen des Beruflichen Gymnasiums professionell angeleitet wurden, miteinander anzubändeln.
Nun war es also gewünscht, beim Überqueren des Säureteichs auf Tuchfühlung zu gehen. Und wenn man als Unerfahrener an der Kletterwand nach den Sternen greifen wollte, musste man lernen, den Seilfixierern zu vertrauen und die eigene Waghalsigkeit zu bändigen. Beliebte es einem, mit seinen Mitinsassen auf einer Wellenlänge zu sein, so war es notwendig, das Kanadierpaddel in deren Rhythmus zu schwingen. Das kollektive Schmieden eines Planes für den Bau eines Floßes offenbarte allen Beteiligten die Einsicht in die Notwendigkeit einer gelungenen Kommunikation. Nach Inbetriebnahme der schwimmenden Untersätze auf dem Wolziger See überkam die Tüftler ein Gefühl des Stolzes. Immerhin hielten die im "Hundertwasser-Stil" erschaffenen Bauwerke einer Wettfahrt stand und fielen nicht einfach wie die Carolabrücke zusammen.
Mannschaftsgeist und Erfolgsstreben entfachten sich auch bei der Vor- und Finalrunde des legendären "Zeigner-Volleyballturniers". Mit rasanten Ballwechseln, treffsicheren Angaben und verkalkulierten Entfernungen schenkten uns unsere vier Selektionen unvergessliche Momente des Bangens und Jubelns. Den lautesten Freudenschrei aber stieß die WG25d aus, da sie aus diesem sportlichen Wettstreit als Gewinner des Wanderpokals hervorging.
Selbst inmitten blutrünstiger Mückenschwärme konstituierte besonders das allabendliche, entschleunigte Beisammensein vor einer Postkartenmotivkulisse den Rahmen aufkeimender Freundschaften.
Gesät fernab der eigenen Bildungsstätte mögen sie hoffentlich nach dem erfolgreichen Ablegen des Abiturs die Früchte der Dankbarkeit für diese schöne Schulzeit tragen! Wir lassen uns überraschen, werfen jedoch zuvor noch einen neugierigen Blick in die Briefe, welche die Schüler an ihr eigenes Ich in drei Jahren quasi während dieser Jahrgangsfahrt verfasst hatten.
... Dann halten wir kurz inne, schmunzeln sicherlich auch ein wenig über die zu Papier gebrachten lyrischen Ergüsse von damals und wischen uns ein Tränchen der Wehmut aus dem Gesicht.
Willkommensfahrt der WG25
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